Am Freitag, dem 22. Mai 2026, strahlte der Sender Arte das Konzert "Shakira – Oral Fixation Tour" aus. Die Aufzeichnung stammt aus dem Jahr 2007 und zeigt einen der Höhepunkte der Karriere der kolumbianischen Superstars. Wer die Ausstrahlung verpasst hat, kann das gesamte 95-minütige Konzert nun in der Arte-Mediathek als Video-on-Demand abrufen. Eine erneute Ausstrahlung im linearen Fernsehen ist derzeit nicht angekündigt.
Die "Oral Fixation Tour" – ein Meilenstein der Popgeschichte
Die "Oral Fixation Tour" war die zweite Welttournee von Shakira und begleitete ihr 2005 erschienenes Album "Oral Fixation, Vol. 2". Die Tour erstreckte sich über mehr als ein Jahr, von Juni 2006 bis Juli 2007, und führte die Sängerin durch Nord- und Südamerika, Europa, Asien und den Nahen Osten. Insgesamt gab sie über 100 Konzerte vor Millionen von Fans. Der Mitschnitt, den Arte zeigte, entstand bei zwei Stationen in Florida und Puerto Rico und fängt die Energie und das Charisma der Künstlerin in ihrer Blütezeit ein.
Das Setlist umfasste eine Mischung aus spanisch- und englischsprachigen Hits, die Shakira zu einem globalen Phänomen gemacht hatten. Zu den Höhepunkten gehörten die Duette: "La Tortura" mit Alejandro Sanz, das ursprünglich auf dem Album "Fijación Oral, Vol. 1" erschienen war, und "Hips Don't Lie" mit Wyclef Jean, das sich zu einem der meistverkauften Songs des Jahrzehnts entwickelte. Auch Klassiker wie "Whenever, Wherever", "Underneath Your Clothes" und "Inevitable" durften nicht fehlen. Die Show war bekannt für ihre aufwendige Choreografie, die exotischen Kostüme und Shakiras unverwechselbare Stimme, die mühelos zwischen kraftvollen Rockröhren und zarten Balladen wechselte.
Shakira: Aufstieg zur globalen Ikone
Shakira Isabel Mebarak Ripoll wurde am 2. Februar 1977 in Barranquilla, Kolumbien, geboren. Schon als Kind zeigte sie musikalisches Talent: Mit vier Jahren schrieb sie ihr erstes Gedicht, mit acht ihren ersten Song. Ihr Durchbruch gelang 1995 mit dem Album "Pies Descalzos", das in Lateinamerika große Erfolge feierte. Der internationale Durchbruch folgte 2001 mit "Laundry Service", das Hits wie "Whenever, Wherever" enthielt und Shakira zur ersten lateinamerikanischen Künstlerin machte, die ein Album in den USA an die Spitze der Charts brachte.
Ihr Stil vereint Elemente aus Pop, Rock, Latin und World Music. Sie singt auf Spanisch, Englisch, Portugiesisch und Arabisch und hat weltweit über 80 Millionen Tonträger verkauft. Neben der Musik engagiert sich Shakira stark wohltätig: Sie gründete 1997 die Fundación Pies Descalzos, die Bildung für benachteiligte Kinder in Kolumbien fördert. 2018 wurde sie mit dem Video Vanguard Award bei den MTV Video Music Awards ausgezeichnet. Ihr Einfluss auf die Popkultur ist immens – sie gilt als Wegbereiterin für viele lateinamerikanische Künstler, die heute den globalen Markt dominieren.
Das Album "Oral Fixation" – zwei Volumes, ein Konzept
Die "Oral Fixation Tour" basierte auf zwei gleichzeitig veröffentlichten Alben: "Fijación Oral, Vol. 1" (Juni 2005, spanisch) und "Oral Fixation, Vol. 2" (November 2005, englisch). Das Konzept drehte sich um Themen wie Liebe, Obsession und die Macht der Worte – daher der Name "Oral Fixation" (orale Fixierung). Die Alben waren kommerziell erfolgreich und brachten Hits wie "La Tortura" (mit Alejandro Sanz), "Don't Bother" und "Hips Don't Lie" hervor. Insbesondere "Hips Don't Lie" wurde ein globaler Nummer-eins-Hit und verhalf Shakira zu noch größerer Bekanntheit.
Die Tournee war aufwendig inszeniert: Die Bühne enthielt bewegliche Elemente, Videowände und eine breite Palette an Lichteffekten. Shakira selbst wechselte mehrfach die Kostüme – von bauchfreien Tops über glitzernde Kleider bis hin zu arabisch inspirierten Outfits. Die Choreografie war kraftvoll und sinnlich, oft mit Bauchtanz-Einlagen, die Shakira bereits in ihrer Jugend erlernt hatte. Der Live-Mitschnitt, den Arte zeigte, fängt diese Atmosphäre authentisch ein und lässt den Zuschauer an der Energie des Konzerts teilhaben.
Kritische Würdigung und kulturelle Bedeutung
Die "Oral Fixation Tour" gilt unter Kritikern als eine ihrer besten Tourneen. Sie markierte den Höhepunkt ihres Schaffens nach dem internationalen Durchbruch und vor der langen Pause, die sie nach der Geburt ihrer Kinder einlegte. Die Show war nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern auch ein Statement der weiblichen Selbstbestimmung. Shakira verkörpert auf der Bühne eine unabhängige, selbstbewusste Frau, die ihre Sexualität zelebriert, ohne sich zu prostituieren – ein schmaler Grat, den sie meisterhaft balanciert.
Der Mitschnitt ist auch aus historischer Perspektive wertvoll: Er dokumentiert eine Ära, in der die Musikindustrie noch hauptsächlich über Physical Sales und TV-Auftritte funktionierte. Heute, wo Streaming und Social Media dominieren, wirkt diese Art von aufwendigen Konzertaufzeichnungen fast nostalgisch. Arte hat mit der Ausstrahlung einen wichtigen Beitrag zur Popkulturgeschichte geleistet.
Technische Details zum Mitschnitt
Der Mitschnitt wurde in HD aufgenommen und hat eine Länge von 95 Minuten. Er enthält keine Unterbrechungen und präsentiert das komplette Konzert in voller Länge. Die Tonqualität ist exzellent, die Kameraführung abwechslungsreich – sie fängt sowohl die gesamte Bühnenshow als auch Nahaufnahmen von Shakira und ihren Musikern ein. Das Artwork des Mitschnitts ist schlicht gehalten, konzentriert sich ganz auf die Performance.
Für Fans, die das Konzert live nicht sehen konnten, ist der Abruf in der Mediathek eine gute Alternative. Allerdings gilt: Wie bei vielen TV-Ausstrahlungen sind die Verfügbarkeitsrechte oft zeitlich begrenzt. Wer das Konzert noch sehen möchte, sollte also nicht zu lange warten. Arte bietet in der Regel eine Verweildauer von mehreren Monaten, aber eine Garantie gibt es nicht.
Shakiras Einfluss auf die heutige Musikszene
Seit der "Oral Fixation Tour" hat Shakira ihre Karriere kontinuierlich weiterentwickelt. Nach einer kreativen Pause kehrte sie 2010 mit dem Album "Sale el Sol" zurück, das erneut Hits wie "Loca" und "Waka Waka (This Time for Africa)" hervorbrachte – letzterer wurde zur offiziellen Hymne der FIFA-Weltmeisterschaft 2010. Auch 2014 steuerte sie mit "La La La (Brazil 2014)" erneut einen WM-Song bei. Ihre späteren Alben wie "Shakira" (2014) und "El Dorado" (2017) festigten ihren Status als Superstar.
Heute ist Shakira nicht nur für ihre Musik bekannt, sondern auch für ihre Beziehung zum spanischen Fußballstar Gerard Piqué, mit dem sie zwei Söhne hat. Trotz privater Turbulenzen bleibt sie eine der bestbezahlten Künstlerinnen der Welt. Ihr Einfluss auf junge lateinamerikanische Künstler wie Karol G, Rosalía oder Bad Bunny ist unbestreitbar – sie haben oft in Interviews betont, dass Shakira ihnen den Weg geebnet hat.
Die "Oral Fixation Tour" ist aus heutiger Sicht ein Zeitdokument einer Ära, in der die Popmusik noch stark von physischen Alben und TV-Auftritten geprägt war. Arte hat mit der Platzierung des Konzerts im Programm ein Gespür für kulturelle Highlights bewiesen. Die Wiederholung in der Mediathek bietet einem breiten Publikum die Chance, diese Show noch einmal oder zum ersten Mal zu erleben.
Für alle, die sich für die Entwicklung der lateinamerikanischen Popmusik interessieren oder einfach nur einen Abend voller Energie und guter Musik genießen möchten, ist der Mitschnitt der "Oral Fixation Tour" uneingeschränkt empfehlenswert. Die Kombination aus mitreißenden Hits, charismatischer Performance und aufwendiger Inszenierung macht ihn zu einem der besten Konzertmitschnitte der 2000er Jahre. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie nutzen – bevor die Mediathek-Rechte auslaufen.
Source: Spielfilm.de News